Beschneidung

Notwendigkeit einer Beschneidung aus medizinischen Gründen:

Bei der Phimose kann die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel des Penis zurückgeschoben werden, Erektionen sind mit Schmerzen verbunden. Begünstigend für eine Phimose sind Entzündungen und/oder Hauteinrisse, die wiederum zu narbigen Verengungen der Vorhaut führen können. Andererseits steigert eine bestehende Vorhautverengung das Entzündungsrisiko. Durch eine besonders ausgeprägte Entzündung kann sogar die Eichel in Mitleidenschaft gezogen werden.
Bei Jungen sollte bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres die Vorhaut nicht zurückgeschoben werden. Wenn eine Vorhautverengung vorliegt, ist dies dadurch ersichtlich, dass der Säugling Probleme beim Wasserlassen hat.
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Beschneidung nur im Falle einer medizinischen Notwendigkeit (Indikation). Wird der Eingriff aus rituellen bzw. religiösen oder ästhetischen Gründen gewünscht, muss er selbst bezahlt werden.

Mögliche Vorteile der Beschneidung:

  • Laut einer australischen Untersuchung haben beschnittene Männer ein geringeres Risiko, sich mit AIDS und auch anderen Geschlechtserkrankungen zu infizieren. Demnach fungiert die Innenseite der Vorhaut als Eintrittspforte für HI- und HPV-Viren.
  • Die Hygiene ist bei beschnittenen Männern einfacher und effektiver durchzuführen.
  • Die Beschneidung beeinträchtigt weder die Potenz noch die sexuelle Erregbarkeit.
  • Peniskrebs tritt bei beschnittenen Männern seltener auf als bei unbeschnittenen Männern. Das Risiko für Harnwegsinfektionen sinkt bei Beschnittenen, somit reduziert sich auch das Risiko, bleibende Nierenschäden durch aufsteigende Infektionen zu bekommen.

Formen der Beschneidung:

Bei der Beschneidung kann die Vorhaut vollständig oder nur teilweise entfernt werden. In den meisten Fällen wird die Vorhaut jedoch vollständig abgetragen. Die Circumzision ist ein kleiner operativer Eingriff, der bei Erwachsenen unter lokaler Betäubung ambulant durchgeführt werden kann. Bei Kindern sollte jedoch eine Allgemeinnarkose erfolgen. Das Operationsrisiko ist gering, in seltenen Fällen kann es zu Nachblutungen kommen. In der Regel werden gute kosmetische Ergebnisse erzielt.
Bei der Circumzision wird die Vorhaut von der Eichel gelöst und schichtweise umschnitten. Dann fügt man die entstandenen Wundränder zusammen und vernäht sie mit einem selbstauflösenden Faden. Um Schwellungen und Verklebungen zu vermeiden, können die Wundränder mit Salben behandelt werden.
Liegt nur eine geringfügige Vorhautverengung vor, wird mitunter nur ein kleines Stück der Vorhaut entfernt. Bei dieser Methode wird die narbig verengte Vorhaut abgetragen, die Wundränder werden so zusammengefügt, dass die Vorhaut insgesamt geweitet ist.

Mögliche Komplikationen:

  • In den meisten Fällen sind auftretende Komplikationen (z.B. Entzündungen) harmlos und einfach zu behandeln.
  • Nachblutungen treten selten auf. Es reicht meistens ein Druckverband.
  • Bei Teilbeschneidungen kann es in seltenen Fällen durch Narbenbildung zu einer erneuten Vorhautverengung kommen.
  • Sehr selten sind Verletzungen der Harnröhre und der Eichel.

Abheilungsdauer:

Nach einer Beschneidung heilt die Wunde in der Regel innerhalb von 10 bis 14 Tagen ab. Zunächst können leichte Schwellungen auftreten, die jedoch mit Entzündungshemmern und Schmerzmitteln einfach zu behandeln sind.  Nach spätestens zwei bis drei Monaten sollten keinerlei Beschwerden  mehr bestehen. Nach Abheilen der Wunde kann man auch wieder sexuell aktiv werden – jedoch sollte man dabei zu Beginn etwas vorsichtig sein, mitunter ist die Verwendung von Gleitcreme empfehlenswert.

Alternativen zur Beschneidung:

Möchte man eine Beschneidung eher umgehen, hat man die Möglichkeit der Behandlung mit einer Kortisoncreme. Wenn jedoch über einen Zeitraum von sechs Wochen damit kein Erfolg erzielt wird, lässt sich eine Operation kaum vermeiden.

Auswirkungen der Beschneidung auf die Sexualität:

Die Beschneidung bei einer Verengung der Vorhaut hat einen eindeutigen positiven Einfluss auf die Sexualität.

Merkblatt vor ritueller Beschneidung (Wunschleistung)

Sehr geehrte Eltern, bitte beachten sie vor der Operation die folgenden Punkte:

  • Die Operation findet bei Kindern nur in Vollnarkose statt, deshalb rechnen sie mit einer Aufenthaltsdauer im OP-Zentrum von ca. 2-3 Stunden.
  • Am OP-Tag sind pro Kind maximal 2 erwachsene Begleitpersonen gestattet, von denen mindestens eine ausreichende Deutschkenntnisse haben muss.
  • Die Begleitperson ist beim Einschlafen und beim Aufwachen des Kindes dabei, allerdings nicht  während der Operation.
  • Keine weiteren Begleitpersonen. Dies gilt insbesondere für rituelle Beschneidungen: Festlichkeiten, Geschenkübergaben, Foto- und Filmaufnahmen finden anschließend zu Hause statt, nicht aber im OP-Zentrum.
  • Hinsichtlich der Verhaltensmaßnahmen vor und nach der Operation muß der Patient sich streng nach den Maßgaben/Empfehlungen des Narkosearztes und des Operateurs verhalten.