No Scalpel Vasektomie

Dauerhafte Methode der Familienplanung

Die Sterilisation

Die Vasektomie (Unterbindung des Samenleiter) ist eine nebenwirkungsarme und verlässliche Methode der permanenten Empfängnisverhütung.
Die Voraussetzungen für die Sterilisation des Mannes sind gegeben, wenn kein weiterer Kinderwunsch besteht. Die Kosten werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.
Vor der Vasektomie sind eine genaue Untersuchung und ein Gespräch mit schriftlicher Aufklärung notwendig.
Die Vasektomie wird in unserer Praxis u.a. nach der „no scalpel“  Methode in lokaler Schmerzausschaltung durchgeführt. Die „no scalpel“ (ohne Messer) -Methode ist ein sehr schonendes und ein nebenwirkungsarmes Verfahren zur Sterilisation des Mannes. Die Methode stellt die modernste Art der Samenleiterdurchtrennung dar und wird in der Regel in lokaler Betäubung durchgeführt.
Unmittelbar nach dem Eingriff ist der Mann für eine gewisse Zeit noch fruchtbar. Um die Unfruchtbarkeit zu dokumentieren, wird in der 6. und 12. Woche nach der Vasektomie eine Untersuchung des Ejakulats durchgeführt. Diese Ejakulatproben müssen frei von Samenzellen sein, erst dann kann die endgültige Unfruchtbarkeit bestätigt werden.
Eine Rückoperation (Vasovasostomie oder Vasoepididymektomie) ist möglich, wobei die Durchgängigkeitsrate bei ca. 70–75 % und die Schwangerschaftsrate bei ca. 20–25 % liegt. Die Vasektomie sollte aber  grundsätzlich von einer endgültigen Entscheidung hinsichtlich  Familienplanung getragen sein. Die recht hohen Kosten für eine Rückoperation übernehmen die Krankenkassen in Deutschland und Österreich nicht.

Operationstechnik:

Bei dieser Operation wird zuerst lokales Betäubungsmittel entlang der beiden Samenstränge eingespritzt, um die Haut und das Operationsgebiet schmerzunempfindlich zu machen. Mit einer Dissektionsklemme wird die Hodenhaut entlang der Hautfasern gespreizt, um eine möglichst blutungsarme Operation zu ermöglichen. Durch diese Technik kann auf einen Hautschnitt verzichtet werden und es wird damit eine Verletzung der unter Haut liegenden Blutgefäße vermieden. In weiterer Folge wird der Samenleiter mit einer Klemme soweit freipräpariert, dass er mit einem Spezialinstrument gefasst werden kann. Es wird dann ein repräsentatives Stück des Samenleiters herausgeschnitten. Die beiden Samenleiterenden werden mit einem Elektrokauter verkocht, sodass das Gefäß nicht mehr durchgängig ist. Es erfolgt noch zusätzlich eine Unterbindung der Samenleiter mit Fadenmaterial. Die beiden Samenleiterenden werden so in das Hodenfach zurückverlagert, dass noch eine Bindegewebsschicht zwischen den beiden Enden liegt. Mit 99,9%iger Sicherheit kann man davon ausgehen, dass es zu keiner Rekanalisierung kommt (Wiederzusammenwachsen der Samenleiter). Die Operationszeit selbst beträgt ca. 20 min. Um den Erfolg zu dokumentieren, sind in weiterer Folge zwei Samenproben notwendig, die jeweils keine Samenfäden mehr aufweisen dürfen. Diese Proben erfolgen in der 6. und 12. Woche, bzw. solange,  bis keine weiteren Samenzellen mehr nachweisbar sind. Somit ist der Zeitpunkt der endgültigen Unfruchtbarkeit im Minimum 3 Monate nach dem Eingriff erreicht. In seltenen Ausnahmefällen kann es auch ein ½ bis ein ¾ Jahr dauern, bis die endgültige Unfruchtbarkeit bestätigt werden kann.

Nebenwirkungen der Vasektomie

Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch bei der Vasektomie zu Einblutungen und Wundinfektionen als Operationsfolge kommen. Diese sind selten, in der Regel harmlos und nur von kurzer Dauer. Sie sind allerdings aufgefordert, sich bei Beschwerden unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Die früher veröffentlichte Behauptung, daß durch die Vasektomie Prostatakarzinome (Prostatakrebs) begünstigt werden kann, sind durch Studien und sorgfältige Analysen widerlegt worden. Man muss allerdings darauf hinweisen, dass das Prostatakarzinom das häufigste Krebsleiden des Mannes ist und wir deshalb ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche urologische Kontrolluntersuchung empfehlen. Erektionsstörungen und Impotenz werden  durch die Vasektomie weder gefördert noch ausgelöst. Die Produktion der männlichen Sexualhormone wird durch die Vasektomie nicht beeinflusst, da das Testosteron über den Blutweg transportiert wird.